Die häufigsten Fragen zur ISO 9001 – beantwortet in der Sprache, die Unternehmer verstehen. Kein Fachchinesisch, keine Bürokratie.
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„So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Das System muss für den Kunden funktionieren, nicht umgekehrt."
— Holger Grosser, QM-Guru seit 1994
12 Guru-Antworten für KMU
Die großen Fragen zum Start
Grundsätzliches für Einsteiger und Skeptiker
Wie komplex wird das mit ISO 9001 wirklich?
Man kann das kompliziert machen, aber wenn man es einfach aufbaut, tragen die Firmen das vor und gut ist. Mehr Schau kann man immer machen, geht auch mit einem anderen Ansatz. Da muss man halt die Firma neu erfinden – aber nicht mit mir.
Die meisten Unternehmen machen ISO 9001 komplizierter als nötig. Ihr habt ein funktionierendes System – wir müssen es nur sichtbar machen.
Warum brauchen wir die ISO 9001 überhaupt?
Ganz einfach: Nachweis für die Qualität im Kundenmanagement. Punkt. Nicht kompliziert machen mit „strukturierter Skalierung" oder so – das könnt ihr nicht gut verkaufen. Ihr braucht das Zertifikat, weil Kunden es verlangen oder weil es Türen öffnet.
Soll ich als Unternehmer lieber alles selbst machen oder Profis einkaufen?
Ich kaufe mir die Leute auch ein – ich muss nicht alles selber machen. EDV zum Beispiel: keine Ahnung davon, die sollen das alleine machen. Zeit ist in jedem Unternehmen Geld. Wenn du alles selber machst, machst du alle Fehler der Welt – das wird am Ende teurer als wenn du einen Profi bezahlst.
Jede Arbeit sieht einfach aus, wenn man sie bezahlen muss. Aber Ölwechsel, Steuerberater, ISO-Dokumentation alles selbst – das kostet mehr durch Fehler und Zeitverlust.
Warum erklärt ihr nicht alles am Anfang auf einmal?
Ich mache keine umfassende Erklärung am Anfang mehr, weil da ist zu viel Zeit dazwischen und zu viel geht verloren. Wir machen erst das Handbuch mit Prozessen fertig, dann kommt der nächste Schritt. Schritt für Schritt – so bleibt alles frisch.
„Man kann das auch anders verkaufen, geht auch mit einem anderen Ansatz. Da muss man halt die Firma neu erfinden – aber nicht mit mir."
Holger Grosser · Der QM-Guru
Dokumentation & Handbuch
Was ihr wirklich braucht – und was nicht
Wie detailliert muss das QM-Handbuch sein?
Das, was wir beschrieben haben, reicht für eine DAkkS-akkreditierte Zertifizierung. Völlig egal von welcher Stelle. Man muss nicht weiter ins Detail gehen. Der Kunde beschreibt das, was er hat. Nicht umfangreich, aber alles ist da.
Manchmal steht nur ein Satz im Handbuch – und das reicht völlig. Die Anforderungen der Norm sind oft „wachsweicher" als man denkt.
Kann ich die Qualitätsziele selbst definieren oder muss das die Geschäftsführung machen?
Da müssten Sie mit der Geschäftsführung sprechen. Das können Sie nicht selber machen – auch im Audit muss die Geschäftsführung das vertreten. Welche messbaren Ziele gibt es? Umsatzsteigerung? Neukundengewinnung? Das muss der Chef sagen können.
Wie gehen wir mit der Risikobewertung um?
Die Risikobewertung mache ich. Ich nehme die Vorlage „Projekte und Investitionen" die ihr schon habt und daraus mache ich die Risikobewertung. Aus euren echten Geschäftsentscheidungen leiten wir Risiken und Chancen ab.
Risiken nicht künstlich erfinden. Was euch nachts wachhält – Lieferantenausfall, IT-Probleme, Fachkräftemangel – das sind eure echten Risiken.
Audit & Zertifizierung
Was auf euch zukommt – und warum es nicht schlimm ist
Wie bereiten wir uns am besten auf das Audit vor?
Am günstigsten: Öffnet die Managementbewertung von Anfang an. Da steht alles drin – Ziele, Audits, Ressourcen, Lieferanten, Kunden, Risiken. Der Auditor geht Punkt für Punkt durch. Wenn ihr die Managementbewertung könnt, seid ihr vorbereitet.
Ist Ihr Zertifikat genauso anerkannt wie von einem akkreditierten Zertifizierer?
Nicht genauso anerkannt, aber es funktioniert. Am Anfang reicht eine nicht-akkreditierte Zertifizierung. Wenn ein großer Kunde ein akkreditiertes Zertifikat verlangt, habt ihr schon alle Dokumente und könnt schnell wechseln.
Ist der Abschlussbericht schwer zu erstellen?
Nein. Sie beschreiben nur: Ist-Zustand aufnehmen, Soll-Zustand definieren, Dokumente erstellen. QM ist immer das Gleiche – Handbücher, Prozessbeschreibungen. Die Struktur bleibt, nur der Inhalt ändert sich je nach Kunde.
Wie zeige ich meine Prozesse im externen Audit?
Zeigen Sie nur IHREN Prozess. Übersichtsseite im System öffnen, anhand konkreter Beispiele erklären. Wo Sie nichts mit zu tun haben: „Das macht die Kollegin." Sonst fragt der Auditor nach Details – und spätestens da ist Ende.
Bereiten Sie 1–2 Vorzeigeprojekte vor, die gut dokumentiert sind. Die Ausnahmen gibt es immer – die wollen wir nicht sehen.